PET/CT
 
  Pressemitteilung:

Seit März 2009 besteht in Bad Tölz die Möglichkeit zur PET/CT-Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomographie mit integrierter Computertomographie). Es handelt sich hierbei um das erste in Bayern zum Einsatz kommende mobile PET/CT. Der dafür benötigte Schwertransporter wird unmittelbar vor dem Praxisgelände aufgestellt und steht somit neben den ambulanten Patienten der Praxis auch den stationären Patienten der Asklepios-Stadtklinik zur Verfügung. Mit der PET/CT-Untersuchung können tumorspezifische Stoffwechselvorgänge im gesamten Körper bildlich dargestellt und einer durch die Computertomographie gewonnenen „Landkarte“ anatomisch zugeordnet werden. Hauptsächlich kommt das PET/CT in der Tumordiagnostik beim Lungen-, Brust- und Lymphknotenkrebs sowie beim Malignem Melanom (Hautkrebs) zum Einsatz. Jedoch sind auch viele andere solide Tumore und auch Entzündungsherde nachweisbar (z.B. bei Fieber unklarer Ursache). In Bad Tölz besteht somit erstmals in Bayern die Möglichkeit außerhalb von Großstädten durch die sogenannte molekulare Bildgebung eines PET/CT zur erfolgreichen Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen beizutragen.

  Was ist PET/CT?
Ein PET/CT verbindet die Positronen-Emissions-Tomograpie (PET) und die Computertomographie (CT ) zu einer einzigen Untersuchung.
Die PET ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, das die Stoffwechselaktivität im Körper bildlich sichtbar machen und messen kann. Dazu wird eine geringe Menge einer leicht radioaktiven Substanz (Radiopharmazeutikum) verabreicht. Hierbei handelt es sich um Fluor-18-Desoxyglukose (FDG = Traubenzucker). Zellen, die einen erhöhten Stoffwechsel haben (z. B. Tumor- oder Entzündungszellen) reichern dieses Radiopharmazeutika an.
Mit der PET kann der radioaktiv markierte Stoff, und damit ein stoffwechselaktiver Krankheitsprozess im Körper bildlich sichtbar gemacht werden.
Die anatomisch hochauflösende Darstellung durch das 16 Zeilen-Spiral-CT, die im gleichen Untersuchungsgang erstellt wird, lässt eine genaue Zuordnung der krankhaften Stoffwechselprozesse auf die betroffenen Organstrukturen zu.
  Was wird untersucht?

Tumoren
Noch bevor Gewebsveränderungen mit Röntgen oder Magnetresonanztomographie (MRT) nachgewiesen werden können, ist es mithilfe PET/CT möglich, die durch ein Krebsleiden hervorgerufenen Veränderungen im Stoffwechsel sichtbar zu machen und die optimale Behandlungsstrategie auszuwählen.
Es bestehen drei Indikationen für PET-Untersuchungen bei Patienten mit Krebsleiden:
- Differenzierung gutartiger/bösartiger Tumor
- Tumorstaging (Einteilung des Tumorstadiums inkl. Lymphknoten undFernmetastasen)
- Differenzierung Narbengewebe/vitales Tumorgewebe (Rezidiv, Resttumor)

Entzündungsherde
Die PET/CT kann zur Lokalisationsdiagnostik von Entzündungsherden eingesetzt werden (z.B. bei Fieber unklarer Genese).

  Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Vorbereitung
Die Patienten sollten ab dem Vorabend der Untersuchung nüchtern sein, dürfen aber ohne Einschränkung zuckerfreie Flüssigkeit wie Mineralwasser zu sich nehmen. Am Untersuchungstag sollten alle üblichen Medikamente, außer Diabetesmedikamenten, unverändert eingenommen werden. Sollte eine Zuckererkrankung (Diabetes) vorliegen, bitten wir Sie, uns dieses vor der Vereinbarung einer Untersuchung mitzuteilen.
Es sollte ausreichend Zeit für die Untersuchung eingeplant werden (ca. 2,5 Stunden). Die Patienten können gern Musik hören (CD-Player, iPod oder Ähnliches). Lesen hingegen ist hinderlich, es führt zu unerwünschten Anreicherungen von FDG in der Muskulatur des Schultergürtels und in den äußeren Augenmuskeln und kann somit die Aufnahmen verfälschen.
Durchführung
Zunächst wird eine Verweilkanüle in einer Armvene platziert. Danach müssen die Patienten etwas auf die Injektion des FDG warten. Dieses dient der Muskelentspannung. Die radioaktive Substanz, die wir dann injizieren, zerfällt sehr schnell (Halbwertszeit: 110 Minuten). Daher ist es auch wichtig, dass der Patient pünktlich zu seinem Termin erscheint. Nach der Injektion dauert es circa eine Stunde, bis sich das FDG im Körper verteilt hat. Erst dann erfolgen die Aufnahmen. Je nach Umfang (in der Regel von der Schädelregion bis in Höhe der Oberschenkel) und Aufnahmeprotokoll dauern diese am PET-CT bei uns maximal 30 Minuten. Zu Beginn der Untersuchung wird ein Niedrig-Dosis-CT des gesamten Körperstamms aufgenommen. Dies dient unter anderem zur Verbesserung der PET-Aufnahmen durch Berechnung der Strahlenabschwächung im Körper und zur anatomischen Zuordnung eventueller Befunde.
Auswertung
Die Aufnahmen werden zunächst im Computer rekonstruiert. Danach erfolgt eine Auswertung durch die Doppelfachärzte Dr. Stefan Höpfner und Dr. Frank Rosa. Meistens liegen die Ergebnisse bereits am selben Tag vor.
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